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We are heading East (Teil 3 von 3)

Von Erzincan bis Erzurum:

Die Nacht verbrachten wir in einem Hotel. Wir gaben den Angestellten im Restaurant ein Rätsel auf, als wir unser Abendessen bestellten. Der Koch konnte seinen Augen nicht mehr trauen, als wir wirklich alles aufgegessen hatten, was wir zuvor bestellt hatten. Als wir am nächsten Tag zum Frühstück erschienen, erklärte er seinem Arbeitskollegen, was wir am Vortag alles verdrückt hatten. Aber irgendwoher muss die Energie ja kommen. Den Gesetzten des Energieerhaltungssatzes folgend, können auch wir nur Energie von einer Form in eine andere umwandeln und keine Energie erzeugen. Sollten wir es einmal schaffen, Energie zu erzeugen, winkt uns bestimmt der nächste Nobelpreis.
Die weichen Landschafstformationen die sich uns bei der kommenden Tagestour darbieten, sind wirklich atemberaubend. Seit Tagen fahren wir schon auf Straßen mit wenig Verkehr. So haben wir uns das vorgestellt.






Auf dem Weg den nächsten Anstieg hinter uns zu lassen, wird neben uns plötzlich ein Auto langsamer. Zwei radbegeisterte Jungs wollen ein wenig mit uns plaudern und bleiben dafür bei der nächsten Ausweichmöglichkeit stehen. Also diese zwei Typen passen  sprichwörtlich zusammen, wie die „Faust aufs Auge“ haha.




Die Nacht verbrachten wir in unseren Zelten an einem Fluss. Leider habe ich mir zum zweiten Mal in kurzer Zeit wieder so ein büroklammerartiges Drahtteil eingefahren. Die schnellen Reifenwechsel waren für uns jetzt aber Beweis genug, dass uns die vom Westen her einfallende Bürokratie nicht stoppen kann. Eine kurze Fahrt von 60km trennten uns noch von unserem Etappenzielort Erzurum, an dem wir das Visum für den Iran abholen wollen, das wir in Istanbul beantragt hatten.  Ein Schluck Schnaps vom Vögelsberg, den ich bei der Rad/Laufkombi gewonnen hatte, soll alle Art von Magen/Darm Krankheiten vorbeugen, bevor es in die Wintersportmetropole Erzurum geht. Dass wir uns der Grenze zum Iran nähern, können wir nicht nur auf der Landkarte sehen, sondern auch daran, dass uns schon der eine oder andere LKW mit iranischem Kennzeichen überholt hat.






In Erzurum angekommen, einer Stadt die auf 1950m liegt, trauten wir unseren Augen nicht. Die Schilifte und Schisprungschanzen, die bereits bei der Einfahrt ersichtlich waren, faszinierten uns Beide. Wer hätte überhaupt gedacht, dass der östliche Teil der Türkei im Winter so schneereich ist und hier so eine Begeisterung für den Wintersport vorherrscht. Ich persönlich nicht, um ehrlich zu sein. Wir durften nach kurzer Absprache mit dem Liftwart sogar mit dem Sessellift auf die Schisprungschanze fahren. 




Diese Etappe sind wir in 6 Tagen gefahren und haben dabei wieder 727 km und 5754 hm in 29:40 h im Sattel zurück gelegt.
Die WLAN-Verbindung in der Pension Gitterblick lässt uns leider nicht mehr Fotos hochladen. Werden dann beim nächsten Eintrag nachgeliefert.

7 Kommentare zu „We are heading East (Teil 3 von 3)

  1. Salaam Jungs, das ist echt ein Wahnsinn, ein 24er Schnitt mit all dem Kram 🙂 Aber Gott sei Dank für weniger Autos und mehr Landschaft, oder? Beim abendlicher Radfahrt zum 18km entfernter Kebap Stand habe an euch gedacht. Auch mit mein nagelneuer aufgebauter Carbonrahmen und nur ein Wasserflasche drauf war ich nicht schneller Unterwegs. Allah sei weiterhin mit euch!

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    1. Merhaba an die Coaching-zone,
      Wir sehen bei dir Gott sei Dank ist es nich nicht die Couching-zone.
      Unsere hohe Durschnitssgeschwindigkeit liegt wohl am geringeren Widerstand der dünnen Bergluft😄
      Liebe Grüße in die Heimat
      Alex und Simon

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  2. Frage an Alex: Wurde es ein Kacherl oder Telemark? Und weiterhin großartige Leistungen von euch. Auch was die Fotos betrifft. Tolle Gegend und ideal zum Radfahren. Die Straßen haben extra für Radfahrer einen eigenen Streifen… Und auf dem Foto im Restaurant sieht man ja was ihr alles verdrücken könnt, aber nach meinen Marathons habe ich auch in mich hineingefuttert was das Zeug hält. Ich bin schon gespannt auf euren Grenzübertritt in den Iran. Und vergesst nicht: ES SIND DANN NUR MEHR CA. 900 KM. Also im Vergleich zur bisherigen Strecke fast nichts mehr. Einen lauten Gruß nach Ostanatolien.

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    1. Hallo Robert! Danke für deine motivierenden Kommentare, die uns auf unserer Reise begleiten. Die Landung war aufgrund der Fluglänge sehr tükisch. Deshalb musste ich beim Telemark etwas schwindeln. Dafür gab es von Kurz berechtigterweise ein paar Punke Abzug bei der Haltung haha. Hat leider nur für Platz 2 hinter Legende Noriaki Kasai gereicht, der immer noch springt. 🙂
      Wir sind jetzt ca. 40km vor der Grenze mit Blick auf den 5000er Ararat. Bevor wir an die Grenze fahren, werden wir noch einen Meteorgrater (soll angeblich einer der größten auf der Welt sein) besichtigen. Der Weg nach Teheran wird etwas länger, da wir über die Küste des Kaspischen Meeres fahren. Diese Region soll sehr schön sein. Viele Iraner machen dort Urlaub. Nach über 2000km in der Türkei wird das bestimmt eine machbare letzte Etappe.

      Schöne Grüße aus der Osttürkeir

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  3. Unglaublich, wie weit ihr schon mit euren Drahteseln gekommen seid!
    Hoffe, ihr hattet einen geschmeidigen Grenzübertritt! Viel Power und noch weitere schöne Geschichten auf den letzten Etappen!!!
    Und Simon, mit dem Bart werden sie dich gar nimmer hergeben wollen hahah

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  4. Hallo Jungs!

    Erstaunlich wie weit ihr bereits mit euren Fahrrädern gekommen seid! Nicht mehr lange und ihr habt euer Ziel erreicht und könnt gleichzeitig auf erlebnisreiche Wochen, ja sogar Monate zurückblicken. Schön, dass ihr Fotos, Begegnungen und auch Herausforderungen mit uns teilt. Der lebendige und amüsante Schreibstil animieren zum Weiterlesen und lassen einem ein wenig am Abenteuer teilhaben.
    Ganz davon abzusehen könnt ihr stolz auf die körperliche und auch psychische Leistung sein, die bei eurer Tour stark gefordert wird. Ich wünsche euch bei den letzten Etappen noch viel Kraft und Freude auf dem Rad und hoffe ihr könnt die Strecke ohne größere Schwierigkeiten überwältigen. Passt auf euch auf!

    Liebe Grüße, Simmi
    🙂

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