null

Höhen und Tiefen

Passend zu unseren Radtouren der letzten Tage, in denen wir oft mehrere Gebirgsformationen durchquerten, möchte ich ein wenig über die Höhen und Tiefen, die einen auf solch einer Reise begleiten, eingehen. Wenn auf dem Radtacho bei der Zielankunft 1500 gefahrene Höhenmeter aufscheinen, hat man nicht nur höher oder tiefer gelegene Dörfer passiert, sondern man durchlebt auch einige körperliche und psychische  Berge und Täler. Die Auslöser dafür können oft äußere Einflüsse wie Wetter, Begegnungen mit anderen Menschen oder körperliche Ermüdung sein.
Man würde sich glaube ich selbst anlügen, wenn man behauptet, dass bei solch einer Reise immer alles „perfekt“ ist und es ist auch ein Irrglaube zu denken, dass man sich in einem ständigen Rausch von Glücksgefühlen befindet.
Wenn man versucht, ehrlich zu sich selbst zu sein, kommt man schnell zur Erkenntnis, dass es genauso Momente gibt, die von Zweifel, Frust und Ermüdung geprägt sind (Täler), wie solche, in denen man sich nichts Schöneres im Leben vorstellen könnte, als den gegenwärtigen Moment zu erleben (Höhen).
Das Faszinierende und Spannende am Reisen (und auch am Radsport) ist für mich oft in der Tatsache zu finden, dass man sich diesen Tälern genauso wie im richtigen Leben (da wird es auch nicht jeden Tag gleich laufen) stellt, um dafür dann wieder Augenblicke zu erleben, die den Namen Glücksrausch wahrlich verdienen.
Unten möchte ich ein paar solcher Erlebnisse und Begegnungen im Kurzgeschichtenstil nach Ländern geordnet, beschreiben:
Kroatien:
 
Nach einem sehr guten Start unserer Reise „gönnten“ wir uns nach vier Nächten, in denen wir keinen einzigen Euro für eine Unterkunft ausgegeben hatten, die erste bezahlte Nächtigung auf einem „Campingplatz“. Dass diese Nacht für uns beide zu einer einzigen Lebenprüfung ausartete, war uns zum Zeitpunkt der Ankunft natürlich noch nicht bewusst. Wir freuten uns vielmehr auf eine erfrischende Dusche. Als wir unsere Zelte auf einem scharfkantigen Steinboden aufbauen mussten, hatten wir bereits ein unwohles Gefühl. Da es nicht möglich war, das Zelt mit Heringen an der Seite zu sichern (Steine + Heringe = Nix gut), probierte ich das Zelt durch das Gewicht der Satteltaschen im Inneren gegen den starken und böenartigen Wind zu stabilisieren. Als das Zelt, nachdem ich eine Abkühlung im Meer gemacht hatte, dann seitlich umgekippt am scharfkantigen Steinboden lag, war mein Geduldsfaden bereits reichlich gespannt. Kleine Löcher in der hauchdünnen Außenhaut in Kombination mit dem Gedanken, dass das Zelt die teuerste Investition der Reise war, gepaart mit Müdigkeit, stellten mich vor eine Lebensprüfung. Dass wir die ganze Nacht auch kein Auge zubekamen, war die Krönung unserers erfolgreichen Startes in die Campingkarriere.
Heute sehe ich das Ganze viel gelassener. Beim Zelt denke ich mittlerweile an einen Gebrauchsgegenstand, den ich nach der Reise mit einem Reperaturset wieder auf Vordermann bringe. Wie man es als Campingplatzbesitzer allerdings mit sich selbst verantworten kann, so einen Untergrund (heute aus Erfahrung eines der wichtigsten Dinge beim Zelten) zur Verfügung zu stellen, ohne beim Kassieren ein schlechtes Gewissen haben zu müssen,  stößt für mich bis heute auf Unverständnis (ohne dabei die Schuld von uns zu weisen oder einen Schuldigen zu suchen.) Weiterempfehlen werde ich ihn nicht, aber vielleicht ist das auch nicht seine Unternehmensstrategie. Ein gutes Frühstück aus dem nahegelegenen Dorf am Meer und super glatt asphaltierte Straßen an Buchten mit türkis-blauem Wasser, ließen auf das Tief relativ schnell eine Hochphase folgen. Ich war auch überrascht, wie leistungsfähig mein Körper trotz Schlafmangel an diesem Tag war.
Bei der Fahrt von Ploče, wo wir an einem traumhaften Süßwassersee in einem verlassenen Betonbau geschlafen haben, konnten wir uns erst relativ spät dazu motivieren, diesen Platz wieder zu verlassen. Fast schon pünktlich zur Mittagshitze (als suchten wir die Herausforderung förmlich), machten wir uns um kurz vor 12 Uhr Richtung Dubrovnik auf. Nach wenigen Kilometern im Flachen kam dann ein längerer Anstieg , der uns bereits vor die erste große Hürde des Tages stellte. Bei einer angezeigten Temperatur von 43 Grad Celsius in Kombination mit der Windstille in einer Steigung (dadurch auch weniger Kühlung durch den Fahrtwind) hab ich mir das erste mal gedacht: „Mir schmeißts alle Sicherungen im Schaltkasten“. Irgendwie haben wir es geschafft, die Hitze auszublenden und nicht zuviel nachzudenken, um die Steigung zu meistern. Belohnt wurden wir mit einem atemberaubenden Blick auf lokale Früchteplantagen. Heute kann ich behaupten, dass sich mein Körper bereits an die Hitze gewöhnt hat.
Noch am selben Tag hat sich die Weiterfahrt noch ungeplant um 20km verlängert, da wir am Campingplatz versehentlich vorbeigeradelt sind. In diesem Moment, in dem sich der Kopf bereits nach einer langen Fahrt bereits auf eine Ankunft eingestellt hat, muss man sich da selbst auch oft zur Geduld mahnen.
Zu später Stunde am Campingplatz angekommen (hätte eh nicht mehr an eine Ankunft geglaubt, denn bei unserer Reise der Spruch: „Wer suchet der findet nicht“ stark bewährt) waren wir beide froh in unserem Zelt endlich zur Ruhe kommen zu können.
Montenegro:
 
Bei der Ankunft auf einer kleinen Anhöhe in Montenegro war noch nicht an Erholung zu denken, als plötzlich zwei Hunde auf mich aufmerksam wurden. Nachdem sie mich aus dem Nichts bellend überrascht hatten und sich relativ schnell näherten, habe ich instinktiv völlig falsch reagiert. Mit meinem hektischen Lossprinten habe ich den Hunden klar signalisiert:“ Jetzt brauche ich ein 800 Watt Chris Froome Intervalltraining!“ Mit zwei Hunden, die knapp an meinen Waden bellend hinter mir herjagten, kann man sich vorstellen, wie schnell ich das Rad (Gott sei Dank bei leichtem Gefälle) von fast Stillstand bis schätzungsweise 60km/h beschleunigt habe. Nachdem die Hunde an ihren Grenzen des Machbaren waren und resignieren mussten, brach ich wenige Sekunden später zusammen mit Simon in einem kompletten Adrenalinrausch in lautes Gelächter aus. Aus heutiger Sicht haben wir bei dieser Begegnung viel über den vermeintlich richtigen Umgang mit den Vierbeinern gelernt, was uns in Albanien zu einer völlig entspannten Radtour verholfen hat. Wenn man nämlich entspannt mit gleichbleibender Geschwindigkeit ohne Augenkontakt an den Straßenhunden vorbeifährt, hat man in den wenigsten Fällen ein Intervalltraining zu erwarten, da vermutlich der Jagdinstinkt nicht geweckt wird. Dass man bei einem hektischen Sprint das Interesse weckt, ist etwas, das natürlich wirkt. Etwa 10 min nach dieser Verfolgungsjagd habe ich bemerkt, dass ich einen meiner Nike Freizeitschuhe verloren hatte. Der Umstand, dass wir in ein Land wie Albanien unterwegs waren (wo jeder 2. mit Joggingjphose, Turnschuhen und Unterleiberl herumläuft) ließ mich sofort zum Entschluss kommen, dass es vernünftiger wäre dort ein neues Paar zu erwerben, als nochmals zurückzufahren und vor den Hunden zu suchen.
Eine tolle Begegnung ereignete sich als wir uns ein wenig Verfahren hatten. Als wir die erste Moschee unserer Reise und den harten Anstieg, wo wir phasenweise in der Mittagshitze sogar schieben mussten, hinter uns gelassen hatten, erschien eine Erfrischungsoase in Form eines kleinen Obstladens am Horizont.
Nachdem wir uns mit süßen Früchten gestärkt hatten und ein wenig mit einem italienischem Radfahrer geplaudert hatten, ereignete sich etwas, das viele Christen eine „Gotteserscheinung“ nennen würden. Am Obststand blieb neben uns ein Auto stehen und Simon sagte:“ Schau, das könnte der ortsansäßige muslimische „Priester“ von der Moschee sein, bei der wir gerade vorbei sind. Sein Auto war vor der Moschee als Einziges dort geparkt.“ Mit der Kopfbedeckung, der ehrenhaften Begrüßung der Obstverkäuferin und dem Bart konnte ich das sehr gut mit meinem Vorstellungsvermögen in Einklang bringen. Ohne ein Wort zu sagen, drückte er uns eine Traubenrebe in die Hand, stieg in sein Auto und fuhr los.
Diese symbolische Geste, die mir im Nachhinein noch oft durch den Kopf schwirrte, war für mich der Beweis dafür, dass dieser Mensch es verstanden hatte, was seine Berufung war. Er schaffte es, die Theorie in die Praxis umzusetzen, was auch einer meiner langfristigen Pläne nach dem Studium bleiben wird.
Albanien:
 
Nachdem wir auf den ersten 50km in Albanien aufgrund mehrerer äußerer Umstände eine sehr monotone und anstrengenden Streckenabschnitt zu passieren hatten, schien ich wieder meine geistigen Grenzen auszureizen. In diesem Moment hatte ich das Gefühl es geht hinsichtlich Distanz gar nichts weiter. Als wir nach diesem Streckenabschnitt in eine Schlucht einbogen, entdeckten wir eine alte, zerfallene Hängebrücke aus Holz. Am anderen Ende sah man ein paar Burschen von der Brücke ins Wasser springen. Zuerst rollten wir nachdenklich und fast schon ein wenig wehmütig (so wirkte es) an der Brücke vorbei. „Da drehen wir jetzt um, was denkst du?“, fragte ich Simon. Nach einem schnellen Wechsel in die Badehosen, hatten wir bereits den größten Spaß mit den Jungs aus Albanien. Wir erfrischten uns im Wasser indem wir von der Hängebrücke sprangen und die Albaner hatten die größte Freude dabei, uns albanische Ausdrucksweisen vorzusagen, die wir dann unwissend laut durch die Schlucht posaunten. (Simon und ich zumindest haha)! Ich will nicht wissen, was die Wörter bedeuteten, aber wir haben in diesem Augenblick alle laut gelacht. Um das geht es vielmehr.
Nach der (Lach-)Pause gings für uns weiter entlang einer Straße die der Schlucht entlang in das Gebirge gehauen war. Alle physischen und psychischen Anstrengungen vom monotonen Streckenabschnitt waren vergessen. Diese Augenblicke, in denen man komplett erfrischt auf einer kaum befahrenen Straße entlang eines Flusses, der sich durch diese Schlucht schlängelt, entlang fährt, kann man nicht in Bild und Schriftform festhalten. Diese Momente scheinen vollkommen und das Einzige das mir dabei einfällt: „Wie schön kann eigentlich das Leben sein.“
Wir saßen lang in unseren Sätteln und als wir kurz bei einem Cafe hielten, fragten wir, ob es hier auch Etwas zu essen gäbe. Leider wurden wir enttäuscht, aber einer der Gäste belauschte das Gespräch und bot uns sofort einen kleinen Snack aus dem Stauraum seines Mopeds an.
Nach dem erneuten Start wird wenige hundert Meter später plötzlich ein Auto langsamer und vier Kinder ruften: „Hello, Hello!!“ aus dem Auto. In meine Gedanken versunken wäre ich durch den Schreck fast ins Kiesbett gefahren. „Alles in Ordnung?“, fragte mich der junge Autolenker, der auf den ersten Eindruck sehr sympathisch auf mich wirkte. Er schien sich ein wenig Sorgen zu machen, da wir noch kurz vor Einbruch der Dunkelheit unterwegs waren. „Alles bestens!, erwiderte ich ihm mit einem Grinser im Gesicht.
Dass wir seit Langem wieder in einem richtigen Bett in einem Hotel schlafen konnten, das als Familienunternehmen geführt war, ließ den Tag nach einer prächtigen Stärkung noch perfekt enden. Das alles zu Preisen die 1/3 jener von Zuhause entsprechen. In jederlei Hinsicht fühlte ich mich sehr wohl in Albanien.
Die Straßen von Albanien werden mir als „speziell“ in Erinnerung bleiben. Obwohl es durchaus größere Streckenabschnitte gibt, auf denen das Rad super rollt, musste ich zwischendurch an Stefan’s  SMS- Nachricht denken der schrieb:“ Lass es mich wissen, ob ich dir nach Albanien neue Laufräder nach Istanbul schicken soll?“
Unsere erste kleine Radpanne hatten wir auch ausgerechnet auf einem dieser Streckenabschnitte. Eine Schraube hatte sich von der Montagevorrichtung meiner Lowrider-Taschen gelöst.
Als ich eine provisorische Lösung mit einem Spanngurt fertig gebastelt hatte, stand plötzlich ein uriger albanischer Bauer mit einem Spaten hinter uns. Nachdem er sich kurz ein Bild von der Lage gemacht hatte, verschwand er kurze Zeit in einer kleinen Scheune neben dem einzigen Haus in dieser Gegend. Nachdem er zuversichtlich mit Werkzeug und Schrauben wieder auftauchte, mussten wir feststellen, dass eine passende M5 Schraube fehlte. Während er einen weiteren Anlauf in seine Scheune wagte, versuchte ich mein Glück indem ich mit Simon’s Rad die Straße abfuhr. Unglaublicherweise fand ich die verlorene Schraube.
„Strada, Strada“, schrien wir über die Straße hinweg zum Albaner (die meisten Albaner verstehen italienisch). Dieser ließ es sich schlussendlich nicht nehmen uns den Schraubenschlüssel als persönliches Geschenk auf unsere Reise mitzugeben. Solche Dinge haben einen so hohen individuellen Wert, der allen materiellen Wert übersteigt finde ich. Beim Abschied reißt der albanische Bauer noch beide Hände zu einer Siegergeste in die Höhe.
Der Landwirt erinnert mich ein wenig an „Engel“ und „Pepp“ vom Vögelsberg. Der einzige Unterschied: diese Tiroler Urgesteine, die genauso wie der albanische Bauer eine Kultur perfekt zu repräsentieren verstehen, hätten uns wahrscheinlich Eier, Speck und Schnaps auf die Reise mitgegeben. Ein cooler Gedanke haha. 😃
Als wir in einer weiteren Ortschaft in Albanien ankamen sagte Simon zu mir:“Jetzt sind wir im tiefsten Albanien angekommen!“ So schien es mir auch, denn schnell versammelten sich einige Kinder um uns. Sie hatten die größte Freude als wir fragten, ob wir mit ihnen ein Foto machen dürfen. Sie behandelten uns wie „Superstars“ und ein kleiner Junge posaunte: „Giro, Giro!“ Sport verbindet eben.
Griechenland:
 
Nachdem wir die Nacht an einem mazedonischen Stausee verbracht hatten, lernten wir an der griechischen Grenze den Samuel aus Karslruhe kennen. Er war vor ca. 8 Wochen in Deutschland gestartet und nennt seine ganze Tour eigentlich ein Selbstexperiment. Er versuchte, mehrere Tage komplett ohne Geld zu reisen. Doch als ihm schließlich die ärmsten der Armen auch noch Nahrung schenkten, fühlte er sich moralisch schlecht und beendete das Ganze wieder mit der Erkenntnis: Oft sind es die Armen, die bereit sind das Wenige das sie besitzen auch noch zu teilen. Unglaublich eigentlich!! Seine Glatze, sein ruhiges und nachdenkliches Auftreten und der Umstand, dass er gerade aus einem Kloster kam, in dem er für drei Nächte geschlafen hatte, ließ mich sofort auf einen Spitznamen schließen, der meiner Meinung nach besser nicht passen könnte: „Dalai Lama“. Er war im Schnitt so ca. 60-80 km pro Fahrt unterwegs, erzählte er. Dass er aber kein „lahmer Dalai“ war, stellte er eindrucksvoll unter Beweis, als wir vom Wind getragen, bis nach Thessaloniki in einer 161km Etappe radelten was das Zeug hielt. Die Ruhe die er austrahlte, befiel selbst die hungrigsten Straßenhunde Griechenlands.
Heute schreiben wir den 28.7.17 und wir machen gerade einen Tag Pause in einem Hostel in Thessaloniki. Als Samuel heute mit mir in die Stadt ging um Essen zu holen, ereignete sich eine weitere unglaubliche Szene. Mittlerweile
erscheint es mir selbst schon ein wenig unheimlich. Als wir auf der Suche nach einem Bankomaten von einem Obdachlosen angesprochen werden, der neben einer Matratze und seinem Hab und Gut saß, ging ich sofort davon aus, dass dieser Geld von uns wolle. Doch das Leben belehrte auch mich eines Besseren, dass ich niemals Voruteile haben sollte. Der Obdachlose schenkte nämlich UNS einen Sack voll mit Essen, das noch sehr frisch zu sein schien. (Gemüse, Ingwer-Curry-Reis etc.) Ich konnte es in diesem Augenblick nicht fassen, wie verrückt die Welt gerade war. Das ist wohl das Privileg, wenn man mit dem Dalai Lama unterwegs ist. Als Zeichen der Dankbarkeit nahmen wir ihm ein Stück Kuchen vom Konditor mit. Als wir es ihm vorbei brachten, signalisierte er uns wir sollen stehen bleiben. Er gab uns noch einen Sack mit gefüllten Teigtaschen mit, die wir im Hostel zum Abschied gemeinsam mit einem Australier, der mit dem Rad von Indien nach Estland unterwegs war, einem Iraner und einer Katze teilten.
Ich habe Samuel aliaz Dalai Lama gesagt, dass ich in dieser Situation schon fast auf die Auflösung der versteckten Kamera gewartet hatte. Aber selbst wenn es so sei, hätten wir eine gute Mitteilung auf dem Videoband hinterlassen, sofern die Medien das Video- Material nicht so lange schneiden, bis die Message rüberkommt, die sie übermitteln wollen.
Vielen Dank speziell an Samuel und den „Ollie“, dem Australier für die tolle Bekanntschaft und die Ansichten, die sie mit uns geteilt haben.
 
Fazit:
 
Bis jetzt haben wir ca. 1750km und 15 000 Höhenmeter in den Beinen. Dadurch haben wir schon extrem viel gesehen und erlebt. Im Endeffekt komme ich aber immer auf ähnliche Erfahrungen, die ich bereits aus der Vergangenheit kenne, zurück.
Wenn es einmal nicht so läuft, besinne ich mich gerne auf den Ratschlg meines Betreuers während meines Praktikums in Amerika. Er legte mir ans Herz:“ Alex, wenns mal nicht so läuft bzw. irgendwo nicht sofort eine Lösung für eine Problemstellung ersichtlich ist, lege (sofern zeitlich möglich) bestimmte Projekte beiseite und komm dann etwas später wieder auf sie zurück. Nach ein paar Tagen hat man oft eine ganz andere Blickrichtung auf bestimmte Problemstellungen. So ist es auch beim Radfahren: Oft ist es gscheiter, wenn man eine Pause einlegt, bevor man versucht, etwas zu erzwingen. Danach schauts oft ganz anders aus.
Dass der Ausgang vieler Vorhaben von der Grundeinstellung abhängt, mit der man sich ihnen entgegenstellt, davon bin ich heute überzeugt. Wenn man mit einer negativen Grundeinstellung und vielen Vorurteilen in ein Land reist, wird man bestimmt nicht so viele gute Erfahrungem machen. Ein Mensch der immer nach Fehlern sucht, wird auch immer welche finden. Zu verschiedenen Blickrichtungen fällt mir ein Gespräch mit meinem geschätzten Onkel ein, als ich ihm zum Geburtstag gratulierte:“ Bleib so, wie du bist!“, habe ich angehängt. Er meinte:“ Nein, das werde ich bestimmt nicht, denn ich werde mich weiterentwickeln.“ Ich darauf: „Da ich dich kenne, weiß ich, dass du dich weiterentwickelst, indem du bleibst, wie du bist.“ Beide haben wir oft ähnliche Ansichten, aber in diesem Punkt hatten wir eine andere Blickrichtung, was nicht schlecht ist.
Anbei ein paar Eindrücke:

 

 







 

 

8 Kommentare zu „Höhen und Tiefen

  1. Hey, euch beide, Danke so sehr für halten uns am Laufendem 🙂 Was kann man sagen? Gar nichts. Nur leben kann man, und das machen ihr gerade auf höchstem Niveau. Hast du Sicherungsscheiben auf diese Schrauben? Billiger und leichter zugänglich wie Loctite derzeit, stelle ich mir vor. Und, mit Augen auf, vielleicht die richtige Größe legen euch sogar zu Füße.
    Wenn´s weiterso geht, werde man eure Grinsen – auch wenn nur innerlich – ein Leben lang nicht abwischen können.

    Liken

  2. Lieber Ali und Simon!
    Es ist immer wieder beeindruckend eure Erfahrungen und Erlebnisse zu lesen. Weiter so und alles alles Gute auf eurer Tour. Wir freuen uns schon auf euch. Glg Pati

    Liken

  3. Liebe Leute…..vielen Dank für die netten Nachrichten, die wir auf unserer Reise erhalten haben. Haben uns über jeden einzelnen Beitrag sehr gefreut @ stefan: deine ratschläge haben sich bis jetzt alle als sehr hilfreich erwiesen…wie du mich wahrscheinlich kennst, werde ich eher darauf warten, bis mir eine passende Sicherungsscheibe vor die Füße fliegt..derweil werde ich die Schrauben regelmäßig mit dem albanischen Schraubenschlüssel checken….sitzen grad in xanthi bei eine stärkung und werden bald nach alexandroupolis weiter fahren…..lg simon&xandi

    Liken

  4. Hallo ihr beiden Radreisenden! Schöne Eindrücke und ich kann mich nur dem Stefan anschließen, denn die Erlebnisse von euerer Reise, könnt ihr noch euren Enkelkindern erzählen. Aber jetzt kommt erst der aufregendste Teil der Reise, denn spätestens östlich von Ankara wird es dann wohl deutlich anders als bisher. Daher wünsche ich euch erst recht alles Gute weiterhin!!! Und freue mich über weitere Berichte.

    Liken

  5. Hey magic bravehearts! Unglaublich was ihr erlebt und wie eindrucksvoll ihr darüber berichtet!! Toll! Ich bin mächtig stolz auf euch! Ihr scheunt auch eine menge spass dabei zu haben und voller Elan noch weiter zu radeln! Bewundernswert!! Veikkeichr solltet ihr danach ein buch verfassten der erfolg ist euch gesichert!!! Ich umarme euch herzlich 😀😀😀paulina.

    Liken

  6. Ah ja und dieser man- dieser bettler der euch mit frischen früchten und essen versorgt hat- möge Gott ihm segnen!!!und möge Gott euch mehrere solche engeln auf eure reise schicken!! Ich danke dem Herrn dafür!!!🙏🙏🙏

    Liken

  7. Auch ich kann mich nur den bisherigen Kommentaren anschließen: klingt alles ganz extrem spannend und interessant und jedenfalls etwas, woran ihr euch euer restliches Leben sicherlich gerne werdet erinnern und davon zehren bzw. Nutzen ziehen können. Weiter viel Gesundheit, Freude und Erfolg auf den kommenden Abenteuern!

    Liken

  8. Hallo Alex & Simon 🙋🏼 als Melanie uns letztes Wochenende gezwitschert hat, dass es einen Blog über eure Reise gibt, wollte ich unbedingt mehr darüber wissen und hier bin ich. 😬 Ich bin wirklich beeindruckt, nicht nur von eurem Vorhaben, Mut und Durchhaltevermögen, sondern auch von deiner Wortgewandtheit, Alex ;). Die philosophischen Gedankengänge zwischendurch find‘ ich übrigens super! So bekommt man einen noch persönlicheren Eindruck 🙂 Ich wünsche euch alles, alles Gute auf eurer weiteren Reise und bin sehr gespannt was da noch alles kommt 😊 Ganz liebe Grüße Jassi

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s