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A Day in Dubrovnik

Bevor hier ein paar Worte zu unserem Tag hier in Dubrovnik kommen, möchte ich mal für alle Interessierten eine kleine Zusammenfassung unserer Fahrleistungen bis jetzt machen und ein paar Worte zu den letzten 3 Tagen schreiben:
In den letzten 10 Tagen sind wir 9 Tage gefahren (einen Tag Pause in Biograd). Dabei sind in Summe 1047 km und 9151 Höhenmeter in 47:56 Stunden im Sattel zusammengekommen. Für ambitionierte Rennradfahrer, zu denen wir uns ja auch zählen, klingt das jetzt nicht unbedingt übermäßig viel, wenn  man aber bedenkt dass unsere Räder zwischen 30 und 35 kg wiegen (je nachdem viel Wasser und Melonen gerade beladen sind😄), glaub ich kann sich das schon sehen lassen.
Aber alle diese Anstrengungen machen sich belohnt, wenn man diese atemberaubende Kulisse um sich herum hat. Gerade die letzten 5 Etappen gingen fast ausschließlich entlang der Küste von Kroatien, wo uns auf der rechten Seite das Meer in allen Blautönen anfunkelt und links sich eine Landschaft aus getrockneten Gräser und grünen Kiefern abwechseln an der dann schroffe Felswände empor steigen. Aber ich denke unsere Bilder sagen mehr als meine bescheidenen Worte…
Der eine oder andere wird sich denken warum wir so von der Umgebung schwärmen. Aber ich denke, dass wir die Landschaft viel intensiver wahrnehmen als z.B. ein Autofahrer, da wir genau wissen wie viele Schweißtropfen und Schokoriegeln notwendig waren um so weit zu kommen.
Leider gab es hier in der Gegend einige Waldbrände, die wir glücklicherweise um 1-2 Tage „verpasst“ haben. In Biograd haben wir noch einige starke Rauchsäulen aufsteigen gesehen und beim Campen bei Trogir sahen wie noch kleine Feuer in den Hügeln glühen. Aber irgendwie haben die ausgebrannten Wälder eine Schönheit für sich.



Der sportliche Gedanke der uns begleitet
Ein Sportexperte hat mir mal erklärt, dass die Schnelligkeit der Regeneration ein wichtiges Maß für die körperliche Fitness ist. Kurzfristig gesehen bedeutet das, dass der Puls nach körperlicher Höchstleistung schnell wieder in einen niedrigen Bereich absinkt. Langfristig habe ich für mich selbst gelernt, dass schon ein einzelner Regernerationstag oft ausreicht, um die Akkus wieder vollständig aufzuladen. Wichtig dafür ist natürlich ein erholsamer Schlaf (mehr übers Zelten folgt vielleicht später), der für mich den Grundstein meiner Leistungsbereitschaft untertags darstellt. Ansonsten ist man am nächsten Tag sprichwörtlich schnell einmal „gerädert“. Wenn wir am Nachmittag bei einem Kaffee wieder mal genug trödeln, um sicher gehen zu können, dass wir am Abend beim Suchen eines Zeltplatzes wieder einen Stress bekommen, schaltet Simon immer blitzschnell auf den sogenannten Cancellara Zeitfahrmodus um. Ich docke mich dann meist unbemerkt im Windschatten hinten an. Diese Eigenschaft des schnellen Umschaltens erlaubt es uns, gelegentlich Gesamtdurchnittsgeschwindigkeiten von über 24km/h (141km und 1250 Höhenmetern heute) zu erreichen. Da sind wir dann selbst oft stolz, wenn wir am Ziel ankommen und die Wadeln so richtig brennen.
Zwischendurch lege ich auch oftmals ein paar Dehneinheiten am Morgen ein, um beweglich zu bleiben. Zusätzlich gehe ich auch (wenn möglich) eine Runde schwimmen, um den Oberkörper nicht komplett zu vernachlässigen. Ich hab zwar noch von niemanden gehört: „Bua, trainier amal dein Oberkörper!“, aber das soll auch in Zukunft so bleiben.
Ab und zu habe ich das Gefühl, wir sind bereits auf einem Selbstversorger-Rennen unterwegs. Was jedoch wichtig ist, ist der Umstand, dass wir dazwischen auch immer wieder mal ganz gemütlich dahinradeln, um einfach die Kulinarik und das Panorama zu genießen. Für mich persönlich (und ich glaube da kann ich auch für Simon sprechen) eine gesunde/abwechslungsreiche Mischung aus Sport und Reisen.

Cancellara bei der Arbeit

Dubrovnik
Heute (22.07.17), gönnen wir uns mal einen Tag Pause vom Radfahren. Stattdessen erkunden wir ein wenig Dubrovnik im südlichen Kroatien. Man könnte diese Stadt mit den engen Gassen und der großen Stadtmauer, die sich um die charmante Altstadt erstreckt, durchaus auf das Titelblatt eines Kroatiens-Reiseführers drucken. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Kesselform der Stadt mit der pompösen Stadtmauer früher dafür gesorgt hatte, dass die Stadt praktisch uneinnehmbar war für Feinde, von Land und von See kommend. 
Ein persönliches Highlight war für mich auch die Hin- und Rückfahrt: 
Bei der Hinfahrt hat der Bus, der auf 09:30 angeschrieben war, Verspätung (absolut nichts Neues). Statt dem Bus bleibt ein 9-Sitzer stehen und der Fahrer fragt, ob er uns für den Preis des Bustickets mitnehmen darf. Die Frage war nur: Was kostet der Bus in Kroatien? Der Fahrer schien es nämlich selbst nicht zu wissen (haha). Wir einigten uns auf einen fairen Preis von 2€ (15 Kuna) pro Person. Für eine Strecke von 10km auch für uns akzeptabel. Ein paar Franzosen, die der Fahrer auch noch in den Bus drängte, wirkten ein wenig ratlos, da sie nur große Geldscheine besaßen. Der Fahrer beruhigte sie schnell: „Don’t worry, don’t worry. No problem!“ Alles kein Problem. „Mach ma scho“ (haha).
Bei der Rückfahrt versuchten wir unser Glück mit Autostoppen herauszufordern. Wir waren uns einig, dass es ein strategischer Vorteil wäre, an einem nahegelegenen Stop-Schild mit Ausweichmöglichkeit zu „lauern“. Die ersten 10 Minuten waren leider von Erfolglosigkeit geprägt. Was mir lustigerweise auffiel:  Die einzigen Autofahrer, die uns Beachtung schenkten, waren leider schon voll besetzt. Entweder die Fahrer haben ihr Auto schon mit anderen Auto-Stoppern vollgeladen, oder sie versuchen ihr schlechtes Gewissen zu bereinigen, indem sie andeuteten: „Ich würde gerne, aber kann leider nicht (haha).“ 
Stehen blieb wenig später ein Taxifahrer, der uns mitnahm, ohne etwas dafür zu verlangen: „Liegt eh am Weg“, meint er. Ein richtiger „Leerwegoptimierer“ denk ich mir. Während der Taxifahrt presst er uns eiskalt rein, dass die Honigmelone, die ich in der Hand hatte „not good“ ist, weil sie nicht reif sei. Er erklärte uns, worauf wir in Zukunft beim Kauf achten sollten. „Wirklich ein netter, hilfsbereiter Mensch“, war der bleibende Eindruck, den er bei mir hinterließ.
Die nächsten Tage
Die kommenden Etappen werden uns über Montenegro, Albanien und Mazedonien nach Griechenland führen, wo herrlich schmeckende Gyros-Spieße mit Zaziki auf uns warten 😉
Wie immer ein paar Impressionen:





3 Kommentare zu „A Day in Dubrovnik

  1. Hallo ihr Beiden! Einen schönen Titel habt ihr diesem Beitrag gegeben, denn er erinnert mich an einen Titel des „Modern Jazz Quartets“, den ich vor ewigen Zeiten sogar live gehört habe. Wunderbar genauso wie die Stadt. Schöne Fotos, die viele Sehnsüchte wecken.

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  2. Hallo meine lieben!! So schön viele photos v euch und eure adventures trip zu sehen🌏🌏🌏 Es freut mich so sehr dass es euch gut geht znd uhr trotz hitze , und anstrengende kilometern mit d gahrradern so gut ausschauts und d sinn für humor noch behalten habt 👍👍👍 viel spass noch gute nacht! Paulina

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  3. Hallo Alex und Simon,

                                    anscheinend hast du, Alex, plötzlich unerträglichen Krämpfe oder die Polizei haben euch sofort aufgefordert weiter zu ziehen, halbwegs durch die zweite Satz von eure letzte Blog Eintrag über Höhenmeter. Mehr ist nichts durchgekommen bisher…

     

    Gesendet: Sonntag, 23. Juli 2017 um 15:34 Uhr Von: "Iran 2017" <comment-reply@wordpress.com> An: swhite1@gmx.at Betreff: [Neuer Beitrag] A Day in Dubrovnik

    Alex&Simon veröffentlichte:"Bevor hier ein paar Worte zu unserem Tag hier in Dubrovnik kommen, möchte ich mal für alle Interessierten eine kleine Zusammenfassung unserer Fahrleistungen bis jetzt machen und ein paar Worte zu den letzten 3 Tagen schreiben:In den letzten 10 Tagen sind "

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    Neuer Beitrag auf Iran 2017

    A Day in Dubrovnik von Alex&Simon

    Bevor hier ein paar Worte zu unserem Tag hier in Dubrovnik kommen, möchte ich mal für alle Interessierten eine kleine Zusammenfassung unserer Fahrleistungen bis jetzt machen und ein paar Worte zu den letzten 3 Tagen schreiben:

     

    In den letzten 10 Tagen sind wir 9 Tage gefahren (einen Tag Pause in Biograd). Dabei sind in Summe 1047 km und 9151 Höhenmeter in 47:56 Stunden im Sattel zusammengekommen. Für ambitionierte Rennradfahrer, zu denen wir uns ja auch zählen, klingt das jetzt nicht unbedingt übermäßig viel, wenn  man aber bedenkt dass unsere Räder zwischen 30 und 35 kg wiegen (je nachdem viel Wasser und Melonen gerade beladen sind), glaub ich kann sich das schon sehen lassen.

    Aber alle diese Anstrengungen machen sich belohnt, wenn man diese atemberaubende Kulisse um sich herum hat. Gerade die letzten 5 Etappen gingen fast ausschließlich entlang der Küste von Kroatien, wo uns auf der rechten Seite das Meer in allen Blautönen anfunkelt und links sich eine Landschaft aus getrockneten Gräser und grünen Kiefern abwechseln an der dann schroffe Felswände empor steigen. Aber ich denke unsere Bilder sagen mehr als meine bescheidenen Worte…

    Der eine oder andere wird sich denken warum wir so von der Umgebung schwärmen. Aber ich denke, dass wir die Landschaft viel intensiver wahrnehmen als z.B. ein Autofahrer, da wir genau wissen wie viele Schweißtropfen und Schokoriegeln notwendig waren um so weit zu kommen.

    Leider gab es hier in der Gegend einige Waldbrände, die wir glücklicherweise um 1-2 Tage "verpasst" haben. In Biograd haben wir noch einige starke Rauchsäulen aufsteigen gesehen und beim Campen bei Trogir sahen wie noch kleine Feuer in den Hügeln glühen. Aber irgendwie haben die ausgebrannten Wälder eine Schönheit für sich.

     

     

     

    Der sportliche Gedanke der uns begleitet

    Ein Sportexperte hat mir mal erklärt, dass die Schnelligkeit der Regeneration ein wichtiges Maß für die körperliche Fitness ist. Kurzfristig gesehen bedeutet das, dass der Puls nach körperlicher Höchstleistung schnell wieder in einen niedrigen Bereich absinkt. Langfristig habe ich für mich selbst gelernt, dass schon ein einzelner Regernerationstag oft ausreicht, um die Akkus wieder vollständig aufzuladen. Wichtig dafür ist natürlich ein erholsamer Schlaf (mehr übers Zelten folgt vielleicht später), der für mich den Grundstein meiner Leistungsbereitschaft untertags darstellt. Ansonsten ist man am nächsten Tag sprichwörtlich schnell einmal "gerädert". Wenn wir am Nachmittag bei einem Kaffee wieder mal genug trödeln, um sicher gehen zu können, dass wir am Abend beim Suchen eines Zeltplatzes wieder einen Stress bekommen, schaltet Simon immer blitzschnell auf den sogenannten Cancellara Zeitfahrmodus um. Ich docke mich dann meist unbemerkt im Windschatten hinten an. Diese Eigenschaft des schnellen Umschaltens erlaubt es uns, gelegentlich Gesamtdurchnittsgeschwindigkeiten von über 24km/h (141km und 1250 Höhenmetern heute) zu erreichen. Da sind wir dann selbst oft stolz, wenn wir am Ziel ankommen und die Wadeln so richtig brennen.

    Zwischendurch lege ich auch oftmals ein paar Dehneinheiten am Morgen ein, um beweglich zu bleiben. Zusätzlich gehe ich auch (wenn möglich) eine Runde schwimmen, um den Oberkörper nicht komplett zu vernachlässigen. Ich hab zwar noch von niemanden gehört: "Bua, trainier amal dein Oberkörper!", aber das soll auch in Zukunft so bleiben.

    Ab und zu habe ich das Gefühl, wir sind bereits auf einem Selbstversorger-Rennen unterwegs. Was jedoch wichtig ist, ist der Umstand, dass wir dazwischen auch immer wieder mal ganz gemütlich dahinradeln, um einfach die Kulinarik und das Panorama zu genießen. Für mich persönlich (und ich glaube da kann ich auch für Simon sprechen) eine gesunde/abwechslungsreiche Mischung aus Sport und Reisen.

     

     

     

    Dubrovnik

    Heute (22.07.17), gönnen wir uns mal einen Tag Pause vom Radfahren. Stattdessen erkunden wir ein wenig Dubrovnik im südlichen Kroatien. Man könnte diese Stadt mit den engen Gassen und der großen Stadtmauer, die sich um die charmante Altstadt erstreckt, durchaus auf das Titelblatt eines Kroatiens-Reiseführers drucken. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Kesselform der Stadt mit der pompösen Stadtmauer früher dafür gesorgt hatte, dass die Stadt praktisch uneinnehmbar war für Feinde, von Land und von See kommend. 

     

    Ein persönliches Highlight war für mich auch die Hin- und Rückfahrt: 

    Bei der Hinfahrt h

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