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Aufbruch!

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Der Startschuss für unser Vorhaben fiel am 12.7.17 in Leoben vor dem Universitätsgebäude. Es war wirklich ein sehr befreiendes Gefühl, als man nach all den Planungen und den vielen Gedanken die einem ständig durch den Kopf schwirren, endlich losfährt. In diesem Moment ist mir absolut gar nichts durch den Kopf gegangen und ich habe einfach nur das leise Abrollgeräusch der Reifen am Asphalt und die landschaftlichen Eindrücke genossen (eine Art Entschädigung für die Aufwände der letzten Tage, in denen oft viele Dinge parallel zu tun waren).
Auf den ersten Kilometern wurden wir von einem ungarischen Freund begleitet, den ich damals in Florida kennengelernt habe, weil er mich vor exakt einem Jahr (am 12.7.16) am Flughafen in Florida abgeholt hat. Seit diesem Tag kenne ich auch meine liebe Freundin die Melanie, die mich gott sei Dank seit jeher in allen Lebenssituationen unterstützt (so auch bei dieser). Dass Andras zufällig auch Maschinenbau auf derselben Universität studiert nehme ich (nachdem ich wirklich weiß, dass die Welt klein ist und solche Zufälle nicht selten passieren) mittlerweile mit einem Achselzucker hin.

Über Graz ging es dann in die Südsteiermark bis an die slowenische Grenze. (Über das Fahren mit den Satteltaschen werde ich etwas später schreiben). Um ziemlich genau 20:15 begann dann unsere persönliche ORF-Prime Time als uns ein Rennradfahrer auf einem ziemlich harten Anstieg in der südsteirischen Weinstraße überholte. „Du hasts heut ein wenig leichter als wir“, hab ich gesagt, als er mein Fahrrad musterte. Es ergab sich sofort ein Gespräch und Alfred (wie sich erst später herausstellte) war einige Jahre bei Siko Solar in Jenbach tätig und lebt jetzt an der südsteirischen Weinstraße und arbeitet jetzt für ein Unternehmen, das Wärmetauscher vertreibt. Vielleicht hat er sich gedacht: „Bist du gscheid. Diese Burschen sind nur über erneurbare Energien unterwegs und laden sogar ihre Akkus mit Photovoltaik Zellen (ein absolut geniales Werbegeschenk von Fiegl&Spielberger). Denen will ich jetzt aus der Patsche helfen. Nicht dass sie ihr Zelt an der slowenischen Grenze aufbauen und am nächsten Tag in der Früh vom österreichischen Bundesheer zur Spintkontrolle gerufen werden (haha). Was der Auslöser für seine Hilfsbereitschaft war, führe ich heute darauf zurück, dass er einfach ein netter, unkomplizierter Kerl ist, der eine Liebe zum Radsport pflegt und dem unser Vorhaben ein wenig fasziniert. (Oder er hat einfach Mitleid mit uns 2 Chaoten gehabt, die kurz vor dem dunkel werden immer noch nach einem Zeltplatz Ausschau hielten und mittwochs (fast alle Buschenschänke haben an diesem Tag der Woche geschlossen) auf der Suche nach einem Buschenschank sind. Die erstere Erklärung ist uns natürlich sympathischer (haha).
Während wir unsere Zelte im Garten von Alfred aufschlugen, bringt uns dieser bereits die erste Stärkung in Form eines Gösser Radlers. Randbemerkung: Die Firma Gösser hat ihren Sitz in Leoben (unserem Abfahrtsort). Hier versucht man wahrscheinlich ähnlich wie bei Energie-Netzwerken lange Transportwege durch Nähe am Verbraucher/Konsumenten zu verhindern. Ob bei all den Studenten jemals ein in Leoben gebrautes Bier die Montanstadt verlassen hat, ist bis heute ein ungeklärtes Rätsel. Was jedoch sicher ist, ist der Umstand, dass Alfred während wir unser Zelt aufbauten gerade versuchte uns ein Essen zu organisieren. „I kenn des Burschen. Es is wichtig wenn man so lang fährt gscheit zu essen. Mögts a Backhendl?“ tönts aus dem Haus.
Simon und ich schauen uns an und denken uns:“ Hmmm ein paar Proteine haben glauben wir noch keinem Muskel geschadet“. Ein paar Momente später saßen wir bereits mit Alfred, der ein wenig später nachkam, in einem wunderschönen Gastgarten, eines der einzigen Gasthäuser, das in der nahen Umgebung noch offen hatte (wie gesagt Insider wissen, dass Mittwoch Ruhetag ist). Während wir einige interessante Gespräche führten, musste ich feststellen: „Der Alfred sieht für mich 1:1 aus wie Roberto, ein ehemaliger Arbeitskollege und super Servicetechniker bei Fiegl&Spielberger. Da müsst ma fast amal ein Portrait vom Robi unten im Blog posten hahaha. Alfred ließ es sich an diesem Abend auch nicht nehmen, die Getränkerechnung zu übernehmen (und das obwohl wir an diesem Abend einen gscheiden Durst kapt haben).

Am nächsten Tag ertönte es erneut aus dem Haus: “ Jungs würde es für euch passen, wenn die Eierspeis um 8 Uhr fertig ist.“ Ich denk mir:“ Waases gibt noch Eierspeis. Ich glaub i bin nit in der Situation Forderungen zu stellen. 8 Uhr is perfekt.“ Zum Frühstück saßen wir dann in dem wunderschönen, alten Bauernhaus und Alfred schien es eine Freude zu sein, uns zu verwöhnen.
Wir konnten uns von diesem magischen Ort fast nicht mehr losreißen. Deshalb verzögerte sich unsere Abfahrt auf ca. 11 Uhr. Bevor Alfred noch in die Arbeit fuhr, zeigte er uns ein Musterexemplar eines Wärmetauschers. Bevor wir unsere Abfahrt wagten, sorgten wir noch dafür, dass wir alles so sauber verließen wie wir es vorfanden. Zu diesem Thema fällt mir eine Selbsterkenntnis ein:
„Eines der schlimmsten Dinge , die man tun kann, ist die Gutmütigkeit/das Vertrauen von Mitmenschen auszunützen. Man sollte in der Gegenwart dankbar für die Hilfsbereitschaft sein und sich zukünftig stets daran erinnern. Vielleicht kann man es in irgendeiner Form zurückgeben. (muss nicht materieller Form sein!!!)“


 
Vielen dank Alfred, dass du uns so einen super Start in unsere Reise ermöglicht hast!!! Würde uns freuen, wenn wir uns mal wieder sehen.
Wir haben Alfred natürlich gefragt, ob wir diese Foto ins Internet stellen dürfen. Nach dem Satteln unserer Räder brachen wir für unseren persönlichen Dreiländergiro auf (Österreich, Slowenien, Kroatien). Von Slowenien haben wir nicht allzu viel gesehen, da wir relativ schnell durchgeradelt sind. Ursprünglich wollten wir es bis Zagreb schaffen aber auf der Karte hats irgendwie kürzer ausgschaut (ca. 5cm haha). Heute sitzen wir in Krapina wo wir kurzfristig unsere Zelte aufgeschlagen haben.
Heute schreiben wir den 14.07.17 und der Plan wäre bis nach Karlovac zu fahren. Der Weg nach Karlovac führt uns über die kroatische Hauptstadt Zagreb wo wir gerade ein wenig „Carbo Loading“ betreiben. Simon hat während der Fahrt den Vorschlag geäußert: „Ein Burger wär jetzt a Hit! Is zwar weit entfernt von qualitativer Kulinarik aber i hätt jetzt trotzdem Lust auf einen amerikanischen Burger!“ Ich hab gesagt:“ Mir fällt das was besseres ein. Ich will  2 Burger. Mit einem bin ich heut nit zufrieden (haha)“.
Hier ein paar Impressionen der ersten Tage:


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